Chronik

Der Schützenverein ist mit seinen vielfältigen Aktivitäten seit 1922 eine Stütze der Dorfgemeinschaft. In den Wintermonaten des Jahres 1922 fanden sich in der Gastwirtschaft Schmidt in Trugenhofen fünf Männer zusammen und begründeten den Schützenverein »Usseltaler« Trugenhofen. Es waren Johann Litzl, Jakob Mederle, Georg Reinwald, Josef Riedelsheimer und Ludwig Schmidt. Als Übungsraum stellte Gründungsmitglied Ludwig Schmidt das Nebenzimmer seiner Gastwirtschaft zur Verfügung.

 

Einer Niederschrift des Jahres 1929 ist zu entnehmen, dass sich am wöchentlichen Übungsschießen bereits 30 aktive Mitglieder im Nebenzimmer »Beim Brui«, so der Name der Gaststätte, eingefunden haben. Als Unkostenbeitrag für Kugeln und Schießscheiben wurde den eifrigen Schützen 20 Pfennig abverlangt.

Im sechzehnten Jahr seines Bestehens, also im Kriegsjahr 1938, wurde der Schützenverein, wie so viele andere Vereine, aufgelöst. Im Januar 1953 begann sich der Verein auf Anregung des Trugenhofener Lehrers Ulrich Seif wieder zu formieren. So fand am Sonntag, 4. Januar 1953, nachmittags im ehemaligen Vereinsheim eine Versammlung statt, zu der alle interessierten Mitbürger eingeladen waren. 53 Mitglieder konnte man an diesem Tag in den Verein aufnehmen und als 1. Vorsitzender wurde Jakob Mederle, der bereits von 1922 - 1938 an der Spitze des Vereins stand, gewählt.

Einige Wochen nach der Wiederbelebung veranstaltet der Verein in Fortsetzung seiner früheren Tradition einen Faschingsball mit Preisschießen, der sehr großen Anklang fand. Auch in den folgenden Jahren fand im Fasching ein Schützenball statt.

Im August 1954 nahm der Schützenverein in einer herzlichen Feier Abschied von Lehrer Ulrich Seif, der an einen kleinen Ort bei Dillingen versetzt wurde. Zugleich ernannte man ihn zum ersten Ehrenmitglied des Vereins. Noch im selben Jahr verstarb Jakob Mederle – Gründungsmitglied und Vorstand seit Bestehen des Vereins. Als seinen Nachfolger wählten die Mitglieder Herrn Josef StoII, der den Verein für drei Jahre leitete. Sein Nachfolger, Rupert Strigl, führte den Verein von 1957 - 1968. Über die genannten Veranstaltungen hinaus stellte der unternehmungsfreudige Verein in den Jahren 1955 und 1956 beim Faschingsumzug in Rennertshofen einen Wagen. Ferner veranstalteten die Schützen in denselben Jahren im Frühjahr ein MotoCross-Rennen, damals eine absolute Rarität.

In den folgenden 10 Jahren erlebte der Verein eine Durststrecke, die 1966 mit dem Beitritt zum Bayerischen Schützenbund zu Ende ging. Unter der Vorstandschaft von Hugo Mederle, der 1968 und 1969 amtierte, konnte erstmals eine Mannschaft beim Schützengau Pöttmes für die Rundenwettkämpfe angemeldet werden. Die Mannschaft hielt sich jedoch nur eine Saison. 1969 und 1970 lenkte Rupert Strigl erneut die Geschicke des Vereins. Von 1970 bis 1976 übernahm Friedl Anton die Führung der Schützen. Unter seiner Leitung wurde erstmals 1972 ein Königsschießen durchgeführt. Von da an wurden die Stimmen nach einer Schützenkette immer lauter. Diese Forderung erfüllte der 1976 neu gewählte Vorstand Karl Ries.

 

Leider brannte die Gastwirtschaft kurz vor der Einweihung des neuen Schießstandes im Juli 1980 bis auf die Grundmauern nieder. Der neue Stand und ein großer Teil der Vereinsunterlagen wurden ein Raub der Flammen. Nach dem Neubau der Gastwirtschaft stellte das Wirtsehepaar Schneider erneut einen Kellerraum zur Verfügung, der ebenfalls in Eigenarbeit ausgebaut wurde. So konnte 1981 endlich die Einweihung stattfinden.

Im Jahre 1982 starteten dann zwei Mannschaften beim Schützengau Pöttmes mit wechselnden Erfolgen in die Rundenwettkämpfe.

Am 16. April 1978 beschloss die neue Vorstandschaft ein Schützenfest mit Fahnenweihe abzuhalten. Als Termin wurde der Mai 1979 festgelegt. Die Fahnenweihe dauerte drei Tage und war unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Ernst Gebert und der Patenschaft des Schützenvereins »Treffsicher« Gansheim ein voller Erfolg. Außerdem fand in diesem Jahr auch der Eintrag ins Vereinsregister statt. Da der bisherige Übungsraum den Anforderungen für die Rundenwettkämpfe nicht mehr entsprach, stellten die Wirtsleute, Erna und Mathias Schneider, einen Bierkeller zur Verfügung, den die aktiven Schützen in eigener Regie ausbauten.

Eine weitere Mannschaft ging 1992 an den Start. Die darauf folgenden Zeiten waren Erfolgsjahre für den Verein, mit Emma Dirschinger 1991 und Bärbel Mederle 1992, stellten die »Usseltaler« Schützen erstmals in der Vereinsgeschichte die Gaudamenkönigin.

Beim Sommerbiathlon des Schützengaus Pöttmes belegte die Jugend in der Mannschaft und Einzelwertung die ersten Plätze.

 

Heute umfasst der Verein ca. 120 Mitglieder aus Trugenhofen, Kienberg und den umliegenden Orten.